Marion W.

Marion W., 43 Jahre alt:

Vermutlich erblich bedingt, habe ich in einem Zyklus von 21 - 25 Tagen meine Monatsblutung 7- 8 Tage lang gehabt, davon etwa 2,5 Tage lang eine regelrechte Sturzblutung mit dicken Flatschen geronnenen Blutes ( bis zu 6 cm im Durchmesser), bis zu alle 15 - 20 Minuten Wechsel der "Tampongröße-Super-mit-Binde-für-die-Nacht-Kombination". Bei Autofahrten habe ich mir Plastiktüten oder Regenjacken auf den Sitz gelegt, um das Polster zu schonen - zu oft war auch die Hose durchgeblutet. Wo, bitte, ist ganz schnell die nächste Toilette? Aufstehen oder gar etwas zu heben war sehr unangenehm, da bei der kleinsten Bauchmuskel-Anspannung sofort mit einer Sturzblutung zu rechnen war. Sport wurde nach Kalender betrieben, Urlaub lässt sich in der Landwirtschaft nicht einfach verschieben, also von den lediglich 2 Wochen Urlaub alle 1,5 bis 2 Jahre musste ich damit rechnen, dass ich unter Umständen die Hälfte davon im Zimmer verbringen durfte.
Eine Hormonbehandlung brachte starke Gewichtszunahme und daraus resultierende, unerträglich schlechte Laune. Meine Brüste waren dauerhaft angeschwollen und schmerzten. Deshalb habe ich die Therapie nach 4 Monaten und 9 kg Gewichtszunahme abgebrochen.
Meine Mutter ließ sich damals wegen der gleichen Beschwerden im Alter von 32 Jahren zu einer Total-Operation mit 8-tägigem Krankenhaus-Aufenthalt hinreißen. Folge: Kurz nach ihrem 40. Lebensjahr setzten die Beschwerden der Wechseljahre ein und dauerten etwa 21 Jahre an. Ein hoher Preis, den sie gezahlt hat, um ihre Regelblutung in den Griff zu bekommen!!
Meine Frauenärztin meinte vor 3 Jahren zu mir: „Das sind wohl schon die Wechseljahre, da müssen Sie dann durch."
Allerdings schlug sie mir später, als ich immer wieder auf die Beschwerden hinwies, eine Entfernung der Gebärmutter oder eine Endometriumablation der 1. Generation vor. Von der Goldnetz-Methode hatte sie bis dahin noch nichts gehört und war dementsprechend skeptisch: “Goldnetz-Methode? NovaSure? Kenne ich nicht. Aber wenn Sie meinen, dass es eine bessere Methode ist als die bewährte, dann suchen Sie sich jemanden, der das macht. Ich kann Ihnen nur sagen, dass meine Patientinnen, die es in der Tagesklinik Großburgwedel (nach einer Methode der 1. Generation, je nach Befund Rollerball u./o. Ballonmethode. Anm. d. Autors) machen lassen haben, alle sehr zufrieden sind.“
Mit dieser Aussage hatte sie mich schon recht verunsichert. Ich begann, tagelang im Internet nach negativen Erfahrungen mit der Goldnetz-Methode zu suchen: Erfolglos!
Auch in der Anwendung sollte diese Methode derart einfach sein, dass ich nur ein sehr geringes Risiko einging; ganz im Gegensatz zu den Methoden der 1. Generation, wo der Erfolg maßgeblich von der Erfahrung des Operateurs abhängig sein soll.

Anfrage bezüglich der Kostenübernahme bei meiner Krankenkasse:
Nachdem sie wohl dazu bereit gewesen wäre, alle 3 Wochen für die Zeit meiner zu starken und zu langen Regelblutung einen Betriebshelfer zu zahlen, nicht aber eine Endometriumablation mit NovaSure, hatte ich mich nach langen erfolglosen Diskussionen gefrustet dazu entschlossen, die Kosten des Eingriffs selbst zu übernehmen. Es ist ja zum Wohl meines Körpers und da lasse ich mir keine im Erfolg fragwürdige "Billigbehandlung" (ist sie das unter dem Strich wirklich?) oder gar eine Entfernung der Gebärmutter aufzwingen.
Nun habe ich mich gestern operieren lassen: In der Altonaer Gyn-Tagesklinik bei Dr. Andreas Nugent, empfohlen durch Herrn Dr. Söder, Mainz, der vorher alles versucht hat, um die Krankenkasse von einer Kostenübernahme zu überzeugen.
Hamburg ist für mich besser erreichbar.
Meine Gebärmutter hat keinerlei Wucherungen oder Auffälligkeiten, wie bereits von meiner Frauenärztin vermutet. Alles prima, lediglich die sehr starke Gebärmutter- Schleimhaut führte zu den Beschwerden. Herr Dr. Nugent hat sie gleichmäßig abgetragen und das Einmal-Instrument benutzt.
Nach der OP: leichtes Ziehen im Unterleib, kaum mehr als bei der Regelblutung, noch etwas schlapp von der OP. 15.00 Uhr letztmalige Einnahme einer Schmerztablette, vorsorglich, um das Ziehen nicht erst schlimmer werden zu lassen. Heute, einen Tag danach: keinerlei Beschwerden, fühle mich wie neu geboren, kein Blähbauch mehr. Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Bislang sieht es hervorragend aus. Wenn es so bliebe, hätte ich ein riesiges Stück Lebensqualität gewonnen. Wie viele Jahre quälte ich mich bereits damit herum? Waren es, durch Schwangerschaften nur 2 Mal kurz unterbrochen, 25 Jahre?
Bereits heute bin ich sehr gespannt darauf, was meine Frauenärztin bei der Nachkontrolle nach einer Woche sagen wird.

Zur Goldnetz-Methode kann ich nur raten. Die Methoden der 1. Generation haben sehr viele Nachteile, wie eine vorausgehende Hormontherapie, der Eingriff an sich ist wegen der Verletzungsgefahr nicht zu unterschätzen, die Regenerationszeit nach der OP soll etwa 3- 4 Wochen betragen und die Erfolgsquote deutlich niedriger sein.

Und dass man nach der Goldnetz- Methode bereits am nächsten Tag wieder fit sein kann, ist sicher nicht nur pures Glück!

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