Claudia K.

Spürbar begonnen haben meine gesundheitlichen Beschwerden etwa mit Mitte Dreißig. Zunächst wurde vom Hausarzt nach einer Blutuntersuchung eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, was in den Folgejahren wiederholt passierte. Endokrinologen dagegen stellten keine behandlungsbedürftigen Auffälligkeiten dieses Organs fest, jedoch bereits vor Jahren einen Ferritinwert unter 10. Gegen diesen Mangel erhielt ich Eisentabletten, die ich schlecht vertrug und die kaum Erfolg zeigten. Gegen die dauerhaft bleiernde Erschöpfung wurden mir schließlich Psychopharmaka verordnet. Diese sollten den Körper aufputschen. Ich nahm diese mit Wiederwillen ein, der Behandlungserfolg war mäßig. Regelmäßig nahm ich die ganzen Jahre Ultraschalluntersuchungen bei einer Frauenärztin wahr. Eine ernsthafte Suche und erfolgreiche Behandlung des jahrlang bestehenden starken Eisenmangel erfolgte nicht. Eisenmangel sei nicht schlimm. Wegen Stress als Ursache wurden mir u.a. Empfehlungen wie positives Denken und gesündere Ernährung gegeben. Mein Wille überredete den bleischweren Körper sich über Jahre mal mehr oder weniger gut durch den Alltag zu schleppen. Ich funktionierte irgendwie oft nur mit großer Mühe. Immer wieder war ich verzweifelt, fühlte mich hilflos. Nachdem es im Spätsommer 2011 endlich unter unangenehmsten Absetzsymptomen klappte, die Psychopharmaka endgültig abzusetzen, verstärkten sich massiv die Blutverluste während der Menstruation und es traten begleitend starke krampfartige Schmerzen auf, wie ich sie kaum vorher kannte. Zudem spürte ich ebenfalls zunehmend dauerhaft einen unangenehmen Druck im Bauch bis hin zum Oberkörper. Bei körperlich stärkeren Belastungen außerdem Schmerzen in den Beinen. Ich suchte die mich bisher jahrelang behandelnde Gynäkologin auf. Von ihr erhielt ich auf wenig einfühlsame Weise nun den dringenden Rat zur Operation wegen Myomen mit dem Hinweis, dass ein Erhalt der Gebärmutter aufgrund der großen Wundfläche und Lage des einen Myoms wohl sehr schwierig sei. Gewünschte Informationen über Myome bzw. alternative Behandlungsmethoden gab sie mir keine ebenso wenig eine genauere, mich zufriedenstellende Aufklärung über die empfohlene OP und mögliche Folgen einer Gebärmutterentfernung. Nach diesem Schockerlebnis holte ich mir in den nächsten Wochen weiteren ärztlichen Rat ein. Auch begab ich mich selbst auf die Suche nach Informationen über organerhaltende Therapien zur Behandlung von Myombeschwerden. Ich besogte mir u.a. das Buch "Gebärmutterentfernung?! Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter. Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen" sowie "Lebendige Frauen", in dem sich ein Arzt mit dem Eisenmangelsyndrom bei Frauen befaßt. Die Gebärmutterentfernung betrachte ich als einen massiven Eingriff und ich vermute, dass dieses Organ auf wesentliche Weise die Gesundheit einer Frau beeinflußt. Daher war und ist mir ein Erhalt dieses Organs wichtig. Aber auch die folgenden Arztbesuche waren zunächst wenig aufbauend. Gut erinnern kann ich mich an eine Allgemeinmedizinerin, die mir als Homöopathin die Hysterektomie zur Reduktion der Blutverluste und der Behebung der damit einhergehenden Beschwerden empfahl. Eine Freundin von ihr habe das auch durchgemacht, das sei nicht schlimm v.a. wenn die Eierstöcke erhalten bleiben... Ein Versuch mit Hormontherapie auf Rat eines weiteren Arztes schlug fehl. Die Cerazette löste eine Dauerblutung aus und ich setzte diese ab. Mittlerweile war ich so stark erschöpft, dass ich zeitweise nicht mehr arbeitsfähig war. Ich nahm schließlich Kontakt zu meiner Krankenversicherung auf, in der Hoffnung dort hilfreiche Informationen zu erhalten. Das war erfreulicherweise ein guter Schritt, auch wenn nur aus der Ferne eine sehr allgemeine Beratung erfolgen konnte. Ich nahm dann Kontakt zum FUS-Center am Klinikum Dachau auf, was schnell und unkompliziert verlief auch bezüglich Terminvergabe und Klärung bzw. Regelung der Kostenübernahme. Aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung wollte ich nicht weiter viel Zeit verlieren und nahm trotz des weiten Weges dorthin einen Termin direkt in der Klinik für die MRT-Voruntersuchung wahr. Diese Untersuchung hätte ich auch ebenso wie die nun bevorstehende Kontroll-MRT zu Hause bei einem Radiologen durchführen lassen und die Informationen der Klinik in Dachau zuschicken können. Die bisherigen Empfehlungen der Ärzte lauteten v.a. schwierige OP mit ca. 10cm Bauchschnitt oder Gebärmutterentfernung. In der Klinik in Dachau wurde mir zum Glück eine Alternative ermöglicht. Zwar zählte ich leider nicht zu den Patientinnen, bei denen eine Behandlung mit fokussiertem Ultraschall aufgrund der starken Myomdurchblutung und Lage möglich war. Empfohlen wurde mir dort nun die selektive Myomembolisation. Eine umfassende Aufklärung über diese Behandlungsmethode erhielt ich noch am selben Tag ebenso einen Behandlungstermin. Die Myomembolisation ist ein gebärmuttererhaltendes Verfahren bei symptomatischen Myombeschwerden. Mit der selektiven Myomembolisation sollen die Myome gezielt embolisiert werden, um die Gebärmutter stärker zu schonen. Verkürzt beschrieben ist es Ziel dieses Verfahrens, die Myome zum Schrumpfen zu bringen und damit die Beschwerden möglichst zu beseitigen bzw. zumindest zu verringern. Der Eingriff erfolgte unter örtlicher Betäubung sowie Röntgenkontrolle. Die Dauer lag bei ca. einer Stunde. Zunächst spürte ich nichts, es gab lediglich einen winzigen Hautschnitt in der Leistengegend, der nicht mehr sichtbar ist. Bei der wiederholten Gabe des Kontrastmittels während der Behandlung spürte ich wiederholt kurz ein sehr unangenehmes Wärmegefühl. Im Laufe der Behandlung nahmen dann die Schmerzen zu, begleitet in meinem Falle durch starke Übelkeit. Beides hielt bei mir gut einen Tag trotz der Schmertherapie an. Ich verbrachte drei Tage im Krankenhaus und war insgesamt zwei Wochen krank geschrieben. Die erste Regelblutung fiel bei mir noch mal sehr schmerzhaft aus begleitet mit starken Blutverlusten. Vermutlich wurde das eine Myom aus der Gebärmutterhöhle abgestoßen. Subjektiv betrachtet sind nun die Blutverluste mittlerweile geringer, Schmerzen während der Menstruationen gab es kaum noch. Der unangenehme Druck im Körper dagegen läßt leider viel langsamer nach, was eventuell so vermute ich an meinem Körperbau liegt. Eine MRT-Kontrolluntersuchung steht mir nun zeitnah bevor, um den Behandlungserfolg nun ca. sechs Monate später zu überprüfen. Ich bin gespannt. Zwei Monate nach der Myomembolisation erfolgte eine Eisentherapie in einem Eisenzentrum. Seitdem ist nun endlich die jahrelange, hartnäckige bleiernde Erschöpfung verschwunden. So richtig gut fühle ich mich zwar noch nicht, aber ich empfand bisher eine deutliche Besserung im Laufe des letzten halben Jahres. Ich hoffe sehr, dass es nur noch etwas Zeit und Geduld bis zur vollen Genesung bedarf!

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