Kostenerstattung Hysterektomie

Eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) wird in Deutschland mit einer Fallpauschale von mindestens 3.300 Euro von den Krankenkassen erstattet, ohne dass es zu großen Diskussionen oder Rückfragen kommt. Die organerhaltende und günstigere Alternative mit den modernen Verfahren wird dagegen ambulant überhaupt nicht gezahlt und stationär häufig auf 1.500 Euro und weniger zusammen gestrichen.

In Deutschland werden ungefähr 9 x so viele Hysterektomien zur Behandlung dysfunktioneller uteriner Blutungen durchgeführt wie in vergleichbaren Ländern (bezogen auf die weibliche Bevölkerung) während die Endometriumablation 10 x seltener eingesetzt wird. In Ländern, in denen die Endometriumablation häufiger durchgeführt wird, ging historisch betrachtet die Anzahl der Hysterektomien in gleichem Maße zurück wie die Endometriumablationen zunahmen.

In einer Studie aus der Schweiz ergab sich schon 1985, dass Gynäkologinnen wesentlich seltener eine Hysterektomie durchführen als männliche Kollegen. In einer amerikanischen Studie zeigte sich, dass Frauen mit niedrigem Einkommen häufiger hysterektomiert werden als Frauen mit hohem Einkommen. Eine weitere Studie zeigte, das privat versicherte Patientinnen in der Schweiz häufiger hysterektomiert werden als gesetzlich versicherte. Ebenfalls entlarvend: Frauen von Gynäkologen und Rechtsanwälten verlieren wesentlich seltener ihre Gebärmutter.

Fazit: Im deutschen Gesundheitssystem (und nicht nur im Deutschen) werden falsche Anreize gesetzt, die zu einer deutlich höheren Hysterektomie-Rate führen als in anderen Ländern. Dass die Krankenkassen mit ihrem Verhalten diese Fehlentwicklung auch noch unterstützen, ist noch weniger verständlich, wenn man eine wissenschaftlich fundierte Kosten-Nutzen-Analyse betrachtet, die zeigt, dass die Hysterektomien auch für die Krankenkassen immer die teuerste Alternative darstellen. zurück