Hysterektomie

Laparoscopy

Die klassische Methode zur Behandlung von uterinen Blutungsstörungen ist seit Jahrzehnten die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie).

In den letzten Jahren wurden mehrere Alternativen zur Hysterektomie entwickelt (z. B. die Endometriumablation). Gleichzeitig hat sich das Spektrum der Methoden der Hysterektomie derart verbessert, dass diese heute meist nur noch einen minimal-invasiven Eingriff darstellt und nur noch selten per offenem Bauchschnitt erfolgt. Die Entwicklung der Alternativen und auch der neuen Methoden zur Durchführung einer Gebärmutterentfernung hat dazu geführt, dass heute vor der Entscheidung für eine Gebärmutterentfernung eine intensive Beratung erfolgen sollte, um die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden beurteilen zu können.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Gebärmutter zu entfernen:

  • Abdominale Hysterektomie: Der Arzt entfernt die Gebärmutter über einen Bauchschnitt.
  • Vaginale Hysterektomie: Der Arzt entfernt die Gebärmutter durch die Scheide.
  • Laparoskopische Hysterektomie: Der Arzt entfernt die Gebärmutter mittels Bauchspiegelung.

Die laparoskopische Hysterektomie ist eine minimal-invasive Methode bei der die Operation über 3 bis 4 kleine Einstiche erfolgt. Hier kann es ausreichend sein, lediglich den Gebärmutterkörper (Corpus uteri) zu entfernen (laparoskopische suprazervikale Hysterektomie, LASH) so dass der Beckenboden intakt bleibt.
Alternativ kann ebenso wie bei der abdominalen und vaginalen Hysterektomie die komplette Gebärmutter entfernt werden.  Link zum Youtube Film

Nachteile: Eine Hysterektomie ist im Vergleich zur Endometriumablation belastender und erfordert je nach Methode eine Genesungsphase von 2 bis 6 Wochen und länger.

Wann ist eine Hysterektomie bei gutartigen (benignen) Erkrankungen notwendig?:

  • bei mehreren und zum Teil großen gutartigen Tumoren, die die Gebärmutter vergrößern (Uterus myomatosus)
  • Adenomyose
  • bei einer Gebärmuttersenkung (Prolaps)
  • bei einer übermäßigen Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Hyperplasie und Atypie des Endometriums)
  • wenn die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum wächst (Endometriose)
     
  • Krebsvorstufen an der Gebärmutterschleimhaut und am Gebärmutterhals

Zur Therapie starker Menstruationsblutungen ohne Begleitpathologie ist eine vollständige Entfernung der Gebärmutter nicht notwendig!

Trotzdem werden in Deutschland jährlich ca. 150.000 Hysterektomien durchgeführt, wovon nach Expertenmeinung bis zu 75.000 durch Endometriumablation und hysteroskopische Myomektomien ersetzt werden könnten.

Mehr im  Interview Dr. Harlfinger/ Dr. Söder "Den Frauen die Gebärmutter erhalten – das ist das Ziel"

und in den Artikeln des SWR

"Operieren bis die Kasse stimmt"

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