Julia M.

Als ich etwa 30 Jahre alt war, wurde bei mir ein Myom diagnostiziert. Ich habe es zuerst gar nicht weiter gespürt. Dann wurden die Blutungen mit der Zeit jedoch sehr stark. Ich hatte immer wieder regelrechte Blutstürze. Wenn ich auf die Toilette ging, hatte ich oft das Gefühl, dass ich sofort wieder einen neuen Tampon brauche. Zuerst habe ich versucht, es auszuhalten. Aber irgendwann habe ich beschlossen, mich in Behandlung zu begeben.
Eine Zeitlang habe ich die Pille genommen, aber ich habe sie nicht gut vertragen. Ich war auch bei einer Heilpraktikerin. Zuerst haben wir es mit Akupunktur versucht. Das war nicht sehr erfolgreich. Auch chinesische Tees und Qi Gong haben nicht geholfen. Ich habe mich in dieser Zeit intensiv mit dem Thema beschäftigt und viele Gespräche geführt.
Im Laufe der nächsten zwei Jahre ist das Myom immer größer geworden und die Blutungen haben sich verstärkt. Mein Alltag war geprägt von diesen starken Blutungen. Ich bin nie ohne eine komplette Ausrüstung aus dem Haus gegangen: eine frische Unterhose, Binden, Slipeinlagen und Tampons in allen Stärken. Es konnte jederzeit losgehen, die Blutungen konnten stärker werden oder es konnten Schmierblutungen auftreten. Ich war nie wirklich entspannt, sondern im Kopf immer irgendwie mit der Blutung beschäftigt: Kommt sie, oder kommt sie nicht oder ist sie wieder so stark? Auf Reisen habe ich mir immer Sorgen gemacht, dass ich in den fremden Betten nicht alles verblute. Das war sehr belastend für mich.
Der Arzt hat mir empfohlen, das Myom entfernen zu lassen. Ich habe immer noch gezögert. Fast zu lange, denn einige Methoden, wie das Ausschälen des Myoms sind nur bis zu einer bestimmten Größe möglich. Es ging auch sowieso irgendwann nicht mehr anders. Das Myom hat sich so bemerkbar gemacht, dass einfach klar war, dass es raus muss. Ich konnte es nicht mehr ignorieren.
Nach der Operation wurde es mit den Blutungen besser. Ich gehe regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, denn es besteht die Möglichkeit, dass sich wieder Myome bilden. Ich möchte, dass sie in einem frühen Stadium entdeckt werden, damit ich rechtzeitig etwas dagegen tun kann, bevor meine Blutungen wieder davon beeinflusst werden.

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