Menorrhagie durch Myome – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Etwa jede vierte Frau zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr hat Myome, wobei ein Viertel der betroffenen Frauen beschwerdefrei damit leben kann und keine Behandlung notwendig ist. Myome können aber auch Verursacher lang anhaltender, starker und zum Teil sehr schmerzhafter Monats- oder Zwischenblutungen sein. Diese Symptome treten vor allem bei Myomen auf, die in der Gebärmutterschleimhaut liegen und dort eine Reizung hervorrufen. Die Art der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Alter der Patientin und ein bestehender oder abgeschlossener Kinderwunsch können eine Rolle spielen. Bei älteren Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch galt früher die Gebärmutterentfernung als Standard-Therapie. Heute werden zunehmend Organ erhaltende, minimal-invasive Verfahren angewandt, die nur das Myom entfernen. Bei Blutungen verursachenden Myomen erfolgt die Entfernung heute standardmäßig mittels Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung).

Myome sind gutartige Wucherungen im Muskelgewebe der Gebärmutter. Sie wachsen sowohl in der Gebärmutterwand (Submuköse Myome) als auch an ihrer Außenseite (Subseriöse Myome) oder in den Bändern, die die Gebärmutter (Intramurale Myome) halten. Sie sind meist völlig harmlos und bleiben oftmals unbemerkt. Myome können einzeln auftreten oder auch zahlreich. Sie können Reiskorn-klein sein oder bis zu 20 Zentimeter anwachsen. Die Ursache für die Entstehung von Myomen ist bisher noch nicht bekannt. Vermutet wird ein genetischer Einfluss ebenso wie eine hormonelle Ursache, weil die Myome durch das weibliche Hormon Östrogen stimuliert werden.

Beschwerden verursachen meist nur große Myome; die Symptome und Schmerzen hängen dabei von ihrer Lage ab. Befindet sich das Myom direkt in der Gebärmutterschleimhaut, verursacht es zu 95 bis 98 Prozent Blutungsstörungen und ruft je nach Größe wehenartige Beschwerden hervor. Grundsätzlich sind bei Myomen medikamentöse oder chirurgische Therapien möglich, wie die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) oder die Ausschälung des Myoms (Myomenukleation) sowie modernere Behandlungsmethoden wie die Myomverödung (Embolisation) oder der fokussierte Ultraschall.

Gründe für eine Gebärmutterentfernung sind starke Schmerzen und Blutungen, zudem sehr rasch wachsende Myome oder eine große Anzahl von Myomen (Uterus myomatosus). Wenn Myome auf einer breiten Fläche mit der Gebärmutter verwachsen sind, macht dies ein Herausschneiden der einzelnen Wucherungen nicht mehr möglich. Es würde eine zu große Wundfläche entstehen. Heute gibt es einige chirurgische Behandlungsverfahren, bei denen das Organ erhalten bleibt. Ihre Anwendung ist abhängig von der Lage, Anzahl und Größe der Myome.

Die Entfernung eines submukösen Myoms, das Verursacher starker Blutungen ist, erfolgt heute standardmäßig mittels Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) durch den Gebärmutterhals.
Hysteroskopische Myomenukleation beinhaltet das Einführen eines Hysteroskops durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter. Hysteroskope sind so dünn, dass sie durch den Gebärmutterhals passen. Dabei wird er nur minimal gedehnt. Da die Geräte durch den Gebärmutterhals eingeführt werden, müssen keine Bauchschnitte vorgenommen werden. Das Hysteroskop ist ein dünnes, teleskopartiges Instrument welches es dem Arzt erlaubt, die Myome zu sehen.
Inzwischen gibt es zwei hysteroskopische Behandlungsmethoden: Bei der „Hysteroskopie mit Resektionsschlinge“ wird die Gebärmutterhöhle mit einer Spüllösung gedehnt und das Myom mit der Resektionsschlinge abgetragen. Die Myomstückchen werden über den Arbeitskanal des Instruments (Hysteroskop) entfernt.
Die Hysteroskopie mit MyoSure ist in Deutschland relativ neu. In den USA wird die Methode bereits seit Jahren mit Erfolg angewandt und gilt als schonend, komplikationsarm und hinterlässt in der Regel keine Narben. Der sogenannte Gewebeentferner wird durch das Hysteroskop eingeführt und entfernt das Myom mit einer Schneid-Saug-Funktion durch das Instrument.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Initiative „Rettet die Gebärmutter“. Die Initiative informiert Frauen, die an übermäßigen Monatsblutungen leiden, auf ihrer Internetseite www.rettet-die-gebaermutter.de über alle Behandlungsoptionen. Mit Tipps und Links zu anderen Seiten, Erfahrungsberichten anderer Frauen, einem Forum und Statements erfahrener Ärzte möchte sie Frauen unterstützen und ihnen helfen, eine Alternative zur der vollständigen Entfernung ihrer Gebärmutter zu finden.

 

Kontakt: Initiative Rettet die Gebärmutter
Ansprechpartner: Andrea Hartmann
Tel.: 06421 3048012
E-Mail: kontakt@rettet-die-gebaermutter.de
Website: www.rettet-die-gebaermutter.de

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