OP mit Gebärmuttererhalt, minimalinvasiv, trotz großer Myome

Seit ein paar Jahren ließ ich meine Myome jährlich in der Myomsprechstunde einer großen Berliner Klinik kontrollieren. Es hieß immer, solange sie keine Probleme haben, brauchen sie nichts tun. Die letzte Beratung endete dann mit der unerwarteten Empfehlung, mit Bauchschnitt Myom und die Gebärmutter zu entfernen, was für mich einen unerwarteten Schock darstellte und ich mich fragte, warum mir nicht schon frühzeitiger Therapiemaßnahmen empfohlen wurden.
Da mir meine Gebärmutter als Teil meiner Person wichtig ist, suchte ich nach einem Weg, der mir eine schonende OP Methode plus Gebärmuttererhalt ermöglichen würde.

Per Zufall erhielt ich über einen Fernsehfilm des SWR die Info, dass das interdisziplinäre Myomzentrum des Universitätsklinikums Jena auch größere Myome minamalinvasiv operiert. (Film: Neue Therapie bei Myomen, ab der 37:52 Min., Mediathek von ARD und SWR oder auf der Homepage der Klinik)
Die Klinik in Jena bietet unterschiedliche modernste Verfahren der Myomentfernung (u.a. laproskopische und hysteroskopische – über die Vagina – Operationen, sowie den Einsatz von Laser und Radiofrequenzablation, sowie in Zusammenarbeit mit der Radiologie Myomembolisation) an. Dabei wird in dieser Klinik der Organerhalt der Gebärmutter als ein sehr hoher Wert angesehen!
Ich persönlich erlebte die ganz individuelle Beratung von Prof. Runnebaum hinsichtlich der Therapie meiner Myome und meiner Wünsche als sehr angenehm und als ein hohes Qualitätsmerkmal. Explizit wurde ich nach meinen Wünschen befragt und alles ermöglicht, diese zu erfüllen!
Da meine Myome so groß waren, dass sie über Ultraschall nicht gut zu erkennen waren, wurden zur OP vorbereitenden Diagnostik zusätzlich MRT Bilder gemacht.
Trotz eines sehr großes Myoms und 5 weiterer kleinerer Myome, die insgesamt ein Gewicht von fast 1,6 kg Myomgewebe ergaben, konnte die OP lapraskopisch und mit Organerhalt durchgeführt werden! Dabei wurde das Myomgewebe Stück für Stück erst in eine Art Beutel getan, indem es mit einem Morcellator zerkleinert wurde, bevor man es durch die kleine Bauchöffnung heraussaugt.
Dies ist eine sehr präzise und zeitaufwendige Arbeit, für die ich Herrn Prof. Runnebaum und seinem Team sehr dankbar bin!
Die lange Narkose, die von ebenfalls hervorragenden Anästhesieärzten betreut wurde, bereitete mir keinerlei Probleme. Schon nach ein paar Tagen ohne Schmerzen habe ich das Schmerzmittel eigenständig absetzen können und war kurz nach der OP schon sehr mobil. Eine Physiotherapeutin bietet ihre Hilfe für die ersten Tage an. Das Schwesternteam ist freundlich und hilfsbereit.
Eine Psychologin ergänzt und kooperiert mit dem Ärzteteam. Dies ist eine Besonderheit dieser Klinik. Die Psychologin kommt ins Krankenzimmer und bietet dort ihr Gespräch an. Ich dachte erst, was soll ich jetzt sagen… Es entwickelte sich dann ein sehr angenehmes Gespräch, das mir hilfreiche Impulse gab, die ich mir während des Gespräches notiert habe.
Nach dem Klinikaufenthalt steht noch ein Nachsorgetermin an. Bei mir hat sich alles gut entwickelt, die Gebärmutter, die wieder „rekonstruiert“ werden musste, sieht erstmalig nach langen Jahren wieder wie eine normale Gebärmutter aus und meine erste Regelblutung nach der OP verlief normal und schmerzfrei.
Die Klinik für Frauenheilkunde des Uniklinikums Jena befindet seit Mai 2017 in einem Neubau mit modernsten OP Sälen und schönen, hellen Patienten- und Untersuchungszimmern.
Hinter dem Haus läd ein Hügel mit Blumenwiese und angrenzendem Park zu Spaziergängen ein.
Für mich hat sich der Weg von Berlin an das Uniklinikum Jena zu Prof. Runnebaum und seinem Team für diese etwas komplizierte OP als Glücksfall erwiesen. Ich kann Prof. Runnebaum, der auch auf dem Gebiet maligner Gewebebefunde (siehe Auszeichnung Fokus Ärzteliste 2017, Prof. Dr. Ingo B. Runnebaum für Brustkrebs und gynäkologische Tumoren) hochspezialisiert arbeitet, uneingeschränkt empfehlen und bin ihm für seine Leistung außerordentlich dankbar!